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Der Nachname Zimmermann

Berufsname

Zimmermann bezeichnete ursprünglich nicht den Mann, der Zimmer einrichtet, sondern den, der Häuser aus Holz baute – „Zimmer“ meinte im Mittelalter das Bauholz selbst.

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Namenstyp
Berufsname
Sprachraum
Deutsch
Häufigkeit
einer der häufigsten deutschen Familiennamen, gehört zu den Top 20
Schwerpunkt
ganz Deutschland verbreitet, Schwerpunkte in Mittel- und Süddeutschland
Varianten
Zimmerman, Zimmerer, Zimmermeister, Timmermann, Zimmert

Herkunft und Bedeutung

Zimmermann setzt sich aus mittelhochdeutsch zimber (Bauholz, Holzbau) und man zusammen und bedeutete wörtlich „Holzbaumann“. Das althochdeutsche zimbar steht für verarbeitetes Bauholz und für das fertige Gebäude gleichermaßen – die heutige Bedeutung von „Zimmer“ als einzelner Wohnraum ist eine spätere, verengte Ableitung desselben Wortes.

Der Zimmermann errichtete den hölzernen Dachstuhl, das Fachwerk und tragende Konstruktionen, während der Maurer für Stein und Mörtel zuständig war. Beide Berufe ergänzten sich beim Hausbau, waren aber klar getrennte Zünfte mit eigenem Selbstverständnis – der Zimmermann genoss dabei besonderes Ansehen, weil sein Handwerk Statik verstehen musste und Fehler den Einsturz eines ganzen Gebäudes bedeuten konnten.

Als Berufsname wurde zimberman beziehungsweise zimmerman seit dem Spätmittelalter zum festen Beinamen, sobald der Beruf über Generationen in derselben Familie blieb. Wie bei den meisten Berufsnamen entstand er unabhängig an vielen Orten gleichzeitig, überall dort, wo Holzbau betrieben wurde – also praktisch überall im deutschen Sprachraum.

Bemerkenswert ist außerdem, dass Fachwerkbauweise über Jahrhunderte die vorherrschende Bauform in weiten Teilen Mittel- und Süddeutschlands blieb, während im Norden und in Skandinavien der reine Blockbau dominierte. Der Zimmermann war dadurch nicht nur an einzelnen Höfen, sondern auch beim Bau von Kirchtürmen, Brücken und städtischen Fachwerkhäusern gefragt – ein Handwerk mit hoher Sichtbarkeit, das entsprechend häufig zur Namensgebung führte.

Verbreitung und Häufigkeit

Zimmermann ist bundesweit verbreitet und zählt durchgehend zu den häufigeren deutschen Familiennamen, mit gewissen Schwerpunkten in Mittel- und Süddeutschland. Anders als bei vielen anderen Berufsnamen gibt es keine ausgeprägte Nord-Süd-Spaltung in konkurrierende Dialektformen – Zimmermann behielt seine hochdeutsche Form weitgehend einheitlich.

In Norddeutschland tritt daneben die niederdeutsche Form Timmermann auf, die denselben Ursprung hat, aber lautlich der plattdeutschen Aussprache folgt (t statt z, wie bei „Tied“ statt „Zeit“). In der Schweiz und in Österreich ist der Name ebenfalls gebräuchlich, dort mitunter in der Kurzform Zimmerer.

Über die Auswanderung im 18. und 19. Jahrhundert gelangte der Name in großer Zahl nach Nordamerika, wo Zimmermann-Familien häufig zur englischen Berufsentsprechung Carpenter oder eben zur eingedeutschten Form Zimmerman wechselten. Innerhalb Deutschlands blieb der Name dagegen weitgehend stabil, ohne die dialektalen Verzweigungen, wie sie etwa bei Schmied oder Müller auftreten.

Schreibvarianten und verwandte Namen

Zimmerman ist die eingedeutschte oder anglisierte Schreibweise ohne Doppel-n, wie sie vor allem bei ausgewanderten Familien in den USA vorkommt – prominent etwa als Geburtsname des Musikers Bob Dylan, der eigentlich Robert Zimmerman heißt. Timmermann und Timmerman sind die niederdeutschen und niederländischen Formen desselben Wortes.

Daneben stehen berufsbezogene Nebenformen wie Zimmerer (die reine Berufsbezeichnung ohne „-mann“), Zimmermeister (der Zunftmeister) und seltener Zimmert oder Zimmermanns mit rheinischer Genitiv-Endung. Alle bezeichnen denselben handwerklichen Ursprung.

SchmidtMüllerBauerHoffmannSchäferKoch

Historische Einordnung

Zimmerleute organisierten sich früh in eigenen Zünften, die von den Maurerzünften getrennt waren und eigene Ausbildungswege, Meisterprüfungen und Wanderpflichten kannten – die Walz der Zimmerleute mit ihrer traditionellen schwarzen Kluft ist bis heute eine sichtbare Fortsetzung dieser Zunfttradition. Der Beruf war unverzichtbar, solange Fachwerk- und Holzbau die vorherrschende Bauweise waren, also bis weit in die frühe Neuzeit.

Der Name Zimmermann ist seit dem Spätmittelalter in Stadt- und Kirchenbüchern belegt, zunächst als Berufsbezeichnung, ab dem 15. und 16. Jahrhundert zunehmend als erblicher Familienname. Wie bei anderen Berufsnamen gibt es keine gemeinsame Stammfamilie – der Name entstand an vielen Orten unabhängig, überall dort, wo Zimmerleute lebten und arbeiteten.

Für die Ahnenforschung ist bemerkenswert, dass sich Zimmermann-Familien in Handwerksrollen und Zunftlisten oft über viele Generationen zurückverfolgen lassen, da das Zimmererhandwerk zünftig organisiert war und entsprechende Aufnahme- und Meisterbücher führte. Diese Quellen gehören zu den ergiebigsten für Berufsnamen dieser Art.

Häufige Fragen zum Namen Zimmermann

Bedeutet Zimmermann etwas anderes als das heutige Wort für Wohnraum?

Ja. Im Mittelalter bezeichnete „Zimmer“ (mittelhochdeutsch zimber) Bauholz und Holzkonstruktion allgemein, nicht den einzelnen Wohnraum. Der Zimmermann war also der Holzbauer, nicht jemand, der Möbel für ein Zimmer herstellte. Die heutige, engere Bedeutung von Zimmer als Raum hat sich erst später aus demselben Wortstamm entwickelt.

Was ist der Unterschied zwischen Zimmermann und Maurer als Familienname?

Beide sind Berufsnamen aus dem mittelalterlichen Hausbau, bezeichnen aber getrennte Gewerke: Der Zimmermann arbeitete mit Holz, etwa für Dachstuhl und Fachwerk, der Maurer mit Stein und Mörtel. Die beiden Berufe hatten eigene Zünfte und wurden nie vermischt.

Woher kommt die Form Zimmerman ohne Doppel-n?

Das ist meist eine vereinfachte oder anglisierte Schreibweise, wie sie bei ausgewanderten deutschen Familien in englischsprachigen Ländern entstand. Bekanntestes Beispiel ist der Musiker Bob Dylan, dessen bürgerlicher Name Robert Zimmerman lautet.

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