Schmidt ist der Name des wichtigsten Handwerkers des Mittelalters – und nach Müller der zweithäufigste Familienname Deutschlands. Das dt am Ende ist dabei jünger als der Name selbst.
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Schmidt kommt vom mittelhochdeutschen smit, dem Schmied. Die Wurzel ist germanisch und bedeutet ursprünglich schlicht „der Bearbeiter“ – verwandt mit dem englischen smith und dem niederländischen smid.
Der Schmied war die Schlüsselfigur jeder Siedlung. Er machte Pflugscharen, Sensen, Hufeisen, Werkzeug, Beschläge, Nägel und Waffen. Ohne ihn stand die Landwirtschaft still. Entsprechend hatte er hohes Ansehen, oft ein eigenes Haus am Ortsrand – wegen der Brandgefahr –, und sein Beiname war eindeutig: Es gab pro Dorf in der Regel genau einen. Genau deshalb wurde er so oft zum Familiennamen.
Wie bei Müller gilt: Der Name entstand nicht einmal, sondern überall gleichzeitig. Jedes Dorf hatte seinen Schmied, und aus jedem Schmied konnte eine Familie Schmidt werden.
Schmidt mit dt ist die mittel- und norddeutsche Standardform und dominiert in Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Im Süden setzt sich Schmid durch – Bayern, Baden-Württemberg, Österreich, Schweiz –, im Rheinland und im Moselraum Schmitz, in Hessen, der Pfalz und im Saarland Schmitt.
Man kann anhand der Schreibweise erstaunlich genau sagen, aus welcher Ecke eine Familie stammt. Die Verteilung der vier Varianten ist eine der schärfsten Dialektkarten, die deutsche Familiennamen hergeben.
Schmid (oberdeutsch), Schmitt (west- und mitteldeutsch), Schmitz (rheinisch, mit der Genitiv-Endung „des Schmieds Sohn“), Schmied und Schmiedt (seltenere Schreibungen), Smid, Smit und Smidt (niederdeutsch und niederländisch), Schmiedel und Schmidtke (Verkleinerungsformen), Schmidtchen, Schmedt.
Auch hier gibt es Zusammensetzungen nach Spezialisierung: Hufschmid, Nagelschmidt, Kupferschmid, Messerschmidt, Goldschmidt, Waffenschmidt. Sie sind der beste Beleg dafür, dass sich das Schmiedehandwerk früh in Fachrichtungen aufteilte.
In mittelalterlichen Steuer- und Bürgerlisten taucht smit ab dem 13. Jahrhundert als Beiname auf, ab dem 14. Jahrhundert zunehmend erblich. Die Schreibung mit dt setzte sich erst im Zuge der frühneuhochdeutschen Schriftsprache und der Kanzleiorthographie durch – ältere Belege lauten meist Smit oder Schmid.
Bekannte Namensträger sind unter anderem Bundeskanzler Helmut Schmidt, der Kunsthistoriker und Maler Karl Schmidt-Rottluff, der Astronom Bernhard Schmidt und die Schauspielerin Maria Schmidt. Der Rheinländer Schmitz und der Pfälzer Schmitt gehören namenkundlich zur selben Familie – es ist derselbe Beruf, nur anders ausgesprochen.
Alle vier gehen auf denselben Beruf zurück, den Schmied. Der Unterschied ist regional: Schmidt ist mittel- und norddeutsch, Schmid oberdeutsch (Bayern, Schwaben, Österreich, Schweiz), Schmitt west- und mitteldeutsch, Schmitz rheinisch – dort mit einer Genitiv-Endung im Sinne von „des Schmieds Sohn“.
Ja, sprachlich. Beide gehen auf dieselbe germanische Wurzel für den Metallbearbeiter zurück. Smith ist im englischen Sprachraum ebenfalls der häufigste beziehungsweise einer der häufigsten Familiennamen – aus demselben Grund wie im Deutschen.
Es ist eine Schreibkonvention der frühneuhochdeutschen Kanzleisprache und jünger als der Name. Mittelalterliche Belege schreiben meist Smit oder Schmid; das dt setzte sich erst ab dem 16. Jahrhundert in Mittel- und Norddeutschland durch.
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