Schwarz ist ein Übername nach der Haarfarbe oder dem Teint – schlicht in der Bedeutung, aber wie bei Klein oft entstanden, um zwei gleichnamige Männer im selben Dorf auseinanderzuhalten.
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Schwarz gehört zur Gruppe der Übernamen nach äußeren Merkmalen und bezeichnete ursprünglich jemanden mit dunklem Haar, dunklem Teint oder allgemein „schwarzem“ Erscheinungsbild – ähnlich wie das Gegenstück Weiß für einen hellen, blonden oder blassen Menschen vergeben wurde. Solche Farbübernamen gehören zu den ältesten und einfachsten Mustern der Beinamengebung.
Wie bei Klein diente der Übername häufig der Unterscheidung zweier Träger desselben Ruf- oder Berufsnamens im selben Ort: Gab es zwei Männer namens Peter, konnte der dunklere „Schwarz-Peter“ heißen – eine Wendung, die im heutigen Sprachgebrauch als Redensart „den Schwarzen Peter zuschieben“ übrigens nicht direkt mit dem Familiennamen zusammenhängt, sondern auf ein Kartenspiel zurückgeht.
Daneben ist, wie bei anderen Farbnamen auch, eine Nebenbedeutung als Hausname beziehungsweise Hauszeichen belegt: Häuser und Gasthöfe, die „Zum Schwarzen“ hießen oder ein entsprechendes Wirtshausschild führten, konnten ihren Namen an die Bewohner weitergeben. Beide Entstehungswege – körperliches Merkmal und Hauszeichen – lassen sich ohne Quellenbeleg im Einzelfall kaum unterscheiden.
Schwarz ist im süddeutschen Raum besonders verbreitet, mit Schwerpunkten in Baden-Württemberg, Bayern und Österreich. Diese Konzentration folgt einem Muster, das viele oberdeutsche Übernamen zeigen, während im Norden andere Bildungen für dieselbe Bedeutung gebräuchlicher waren.
International lebt der Name unter anderem als Schwartz weiter, eine Schreibweise, die sowohl bei deutschstämmigen als auch bei jüdischen Auswandererfamilien in den USA verbreitet ist – Schwarz beziehungsweise Schwartz gehört zu den häufigen Namen jüdischer Familien aus dem deutschen und mitteleuropäischen Sprachraum, ohne dass der Name selbst konfessionell gebunden wäre.
In der Schweiz und in Österreich ist Schwarz ebenfalls fest verankert, häufig in Kombination mit einem zweiten Namensbestandteil, der die ursprüngliche Unterscheidungsfunktion noch erkennen lässt, etwa in älteren Hofnamen. Die weite Verbreitung des Farbübernamens im gesamten oberdeutschen Sprachraum macht Schwarz zu einem der wenigen Übernamen, die es in die Riege der häufigsten deutschen Familiennamen überhaupt geschafft haben, während viele andere Übernamen deutlich seltener blieben und nur regional Bedeutung erlangten.
Schwartz und Schwartze sind gebräuchliche Schreibvarianten ohne Bedeutungsunterschied, Schwarzmann und Schwarzemann verstärken den Übernamen mit dem Grundwort „Mann“. Schwartzkopf beziehungsweise Schwarzkopf spezifiziert das Merkmal ausdrücklich auf die Haarfarbe.
Als Gegenstück existiert, ähnlich wie bei Klein und Groß, der Name Weiß beziehungsweise Weiss, der nach demselben Muster, nur mit umgekehrter Bedeutung, entstand. Auch geografische Namen wie Schwarzenberg oder Schwarzwald sind sprachlich verwandt, gehören aber zu einer anderen Namensgruppe, den Herkunftsnamen nach Landschaften.
Der Beiname swarz ist bereits im 13./14. Jahrhundert in Personenbezeichnungen belegt, meist zusammen mit einem Rufnamen zur Unterscheidung mehrerer gleichnamiger Männer im selben Ort. Mit der allgemeinen Verfestigung der Familiennamen ab dem Spätmittelalter wurde er eigenständig vererbt.
Da Farbübernamen wie Schwarz an kein bestimmtes Amt oder Handwerk gebunden waren, lässt sich aus ihnen kaum etwas über die soziale Stellung der Vorfahren ableiten – anders als bei Berufsnamen wie Schmidt oder Amtsnamen wie Richter. Sie sagen in erster Linie etwas über ein individuelles Merkmal oder eine lokale Namensgebungspraxis aus.
In der Ahnenforschung gilt Schwarz, ähnlich wie Klein, als schwer auf eine gemeinsame Ursippe zurückzuführen: Der Name entstand an vielen Orten unabhängig aus demselben einfachen Muster der Unterscheidung nach Aussehen. Wer die eigene Schwarz-Linie zurückverfolgen möchte, ist daher auf konkrete Orts- und Kirchenbuchbelege angewiesen, nicht auf den Namen allein.
Sehr wahrscheinlich bezog sich der ursprüngliche Beiname auf Haarfarbe oder Teint eines Vorfahren. Der Name konnte aber auch von einem Hausnamen oder Wirtshausschild stammen, das den Bewohnern übertragen wurde.
Schwarz beziehungsweise Schwartz ist ein allgemein deutscher Übername und wurde von Familien aller Konfessionen getragen, kommt aber auch bei vielen jüdischen Familien aus dem deutschen und mitteleuropäischen Sprachraum häufig vor. Vom Namen allein lässt sich keine Konfession ableiten.
Nichts direkt. Die Redensart „den Schwarzen Peter zuschieben“ stammt von einem gleichnamigen Kartenspiel aus dem 19. Jahrhundert und steht in keinem etymologischen Zusammenhang mit dem Familiennamen Schwarz.
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