Klein ist einer der schlichtesten Familiennamen überhaupt: ein Übername nach der Körpergröße, der vor allem dort entstand, wo ein Ort mehrere Träger desselben Namens unterscheiden musste.
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Klein ist ein Übername im engeren Sinn: Er beschreibt nicht Beruf, Herkunft oder Amt, sondern eine körperliche Eigenschaft, hier die Statur. Das mittelhochdeutsche kleine bedeutete allerdings nicht nur „klein“ im heutigen Sinn, sondern auch „fein“, „zart“ oder „schmächtig“ – die Bedeutungsverengung auf reine Körpergröße vollzog sich erst allmählich.
Solche Übernamen entstanden typischerweise, wenn ein Berufs- oder Rufname im Ort mehrfach vorkam und eine Unterscheidung nötig wurde: Gab es zwei Männer namens Hans oder zwei Bauern, konnte der kleinere von beiden „Klein“ hinzubekommen, während der größere „Groß“ oder mit einem anderen Zusatz versehen wurde. Der Name sagt damit weniger etwas über absolute Körpergröße als über eine relative Unterscheidung innerhalb einer kleinen Gemeinschaft.
Wie bei den meisten Übernamen ist auch hier keine einheitliche Herkunft anzunehmen: Der Beiname entstand in unzähligen Orten unabhängig voneinander, immer dann, wenn zwei Namensträger auseinandergehalten werden mussten.
Klein ist im Rheinland, in der Pfalz, in Hessen und im Saarland besonders dicht, insgesamt aber über weite Teile West- und Süddeutschlands verbreitet. Diese regionale Häufung hängt vermutlich auch mit der dortigen dichten Besiedlung und den entsprechend häufigen Namensdoppelungen zusammen, die Unterscheidungsnamen begünstigten.
International findet sich der Name in Frankreich teils als Le Petit, im Englischen sinngemäß als Small oder Little übersetzt, wobei diese Übersetzungen meist unabhängige, eigene Namensentwicklungen sind und nicht direkt von deutschen Klein-Familien abstammen. In den USA blieb Klein bei deutschstämmigen Familien meist unverändert erhalten.
Auch bei jüdischen Familien aus dem deutschen und mitteleuropäischen Sprachraum gehört Klein zu den häufig belegten Namen, was seine Verbreitung zusätzlich verbreitert hat. Da der Name so einfach gebildet ist und in nahezu jeder Sprache eine sinngemäße Entsprechung besitzt, tauchen entsprechende Übersetzungen und Anpassungen praktisch überall dort auf, wo deutschsprachige Familien im Laufe der Geschichte ausgewandert sind, von Osteuropa bis nach Übersee.
Kleine ist die niederdeutsche Form mit erhaltener Flexionsendung, Klain und Klaehn sind seltenere Schreibvarianten. Kleinmann und Kleinemann verstärken den Übernamen durch das Grundwort „Mann“, wie es bei vielen Übernamen zur Verdeutlichung üblich war.
Als Gegenstück existiert der Name Groß beziehungsweise Grossmann, der nach demselben Muster entstand, nur mit umgekehrter Bedeutung. Beide Namen tauchen häufig in denselben Regionen auf – ein Hinweis darauf, dass sie oft als Unterscheidungspaar in ein und demselben Ort entstanden.
Der Beiname klein ist in Personenbezeichnungen bereits im 13. und 14. Jahrhundert belegt, meist in Kombination mit einem Rufnamen wie „Klein-Hans“ oder „Klein-Peter“. Erst mit der allgemeinen Verfestigung der Familiennamen ab dem 14./15. Jahrhundert löste sich der Zusatz vom Rufnamen und wurde eigenständig vererbt.
Weil Übernamen wie Klein nicht an einen bestimmten Beruf oder ein Amt gebunden waren, lässt sich aus ihnen kaum etwas über die soziale Stellung der Vorfahren ableiten. Sie sagen eher etwas über die Namensgebungspraxis im jeweiligen Dorf aus als über die Familie selbst.
In der Ahnenforschung gilt Klein als besonders schwer zurückzuverfolgen, ähnlich wie bei den häufigsten Berufsnamen: Der Name entstand an unzähligen Orten aus demselben einfachen Muster, sodass eine gemeinsame Wurzel aller Klein-Familien ausgeschlossen ist. Erst der Abgleich mit Ortsregistern und älteren Kirchenbucheinträgen kann im Einzelfall Aufschluss darüber geben, wo und wann eine bestimmte Klein-Linie ihren Ursprung nahm.
Möglich, aber nicht zwingend. Klein war ein Übername, der oft zur Unterscheidung zweier Namensträger im selben Ort vergeben wurde – der Name beschreibt dann eine relative, keine absolute Eigenschaft, und konnte sich auch auf jüngeres Alter statt auf Körpergröße beziehen.
Weil beide Namen häufig als Unterscheidungspaar entstanden: Trugen zwei Männer denselben Ruf- oder Berufsnamen, erhielt der eine den Zusatz Klein, der andere Groß, um sie im Alltag auseinanderzuhalten.
Klein ist ein allgemein deutscher Übername und wurde von Familien aller Konfessionen getragen, auch von vielen jüdischen Familien im deutschsprachigen Raum. Vom Namen allein lässt sich keine Konfession ableiten.
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