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Der Nachname Krause

Übername

Krause beschreibt kein Handwerk und kein Amt, sondern ein Aussehen: krauses, lockiges Haar. Der Name gehört zu den Übernamen, die aus einer körperlichen Eigenheit entstanden sind – und ist im ostmitteldeutschen Raum besonders zuhause.

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Namenstyp
Übername
Sprachraum
Deutsch
Häufigkeit
unter den 30 häufigsten Familiennamen Deutschlands
Schwerpunkt
Ostmitteldeutschland und Norddeutschland, besonders Sachsen, Brandenburg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern
Varianten
Krauss, Kraus, Krauße, Krauser, Krauseneck

Herkunft und Bedeutung

Krause ist ein sogenannter Übername, gebildet aus dem mittelhochdeutschen Adjektiv krus beziehungsweise krause, das „lockig, gekräuselt“ bedeutet. Wer im Mittelalter auffällig krauses Haar hatte, wurde irgendwann schlicht „der Krause“ genannt – ähnlich wie andere Übernamen aus Statur, Haarfarbe oder Gang entstanden, etwa Lang, Klein oder Schwarz.

Übernamen dieser Art waren im mittelalterlichen Alltag ausgesprochen praktisch: In einer Zeit ohne feste Vornamenordnung und mit wenigen gebräuchlichen Taufnamen brauchte man Unterscheidungsmerkmale, um zwei Männer namens Hans oder Peter im selben Dorf auseinanderzuhalten. Ein sichtbares körperliches Merkmal eignete sich dafür besonders gut, weil es jeder sofort nachvollziehen konnte, ohne dass eine Erklärung nötig war.

Dass ausgerechnet die Haarstruktur zum Namen wurde, zeigt, wie alltagsnah und wenig feierlich die mittelalterliche Namengebung war. Es ging nicht um Abstammung oder Herkunft, sondern um das, was am Menschen selbst auffiel – eine der ältesten und unmittelbarsten Formen der Namensbildung überhaupt. Vergleichbare Übernamen finden sich in praktisch jeder europäischen Sprache, weil das Prinzip überall gleich funktionierte: ein auffälliges Merkmal wurde zur sprachlichen Abkürzung für eine Person.

Verbreitung und Häufigkeit

Krause ist heute in ganz Deutschland zu finden, konzentriert sich aber deutlich auf den ostmitteldeutschen und norddeutschen Raum. In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gehört der Name zu den geläufigsten überhaupt, was für einen Übernamen ungewöhnlich ist – meist verteilen sich solche Namen breiter, weil sie an vielen Orten unabhängig entstehen konnten.

Diese ostdeutsche Konzentration lässt sich am ehesten mit der dortigen Bevölkerungsgeschichte und der Dichte bestimmter Familienlinien seit der frühen Neuzeit erklären. Im Süden und Westen Deutschlands ist Krause deutlich seltener, dort finden sich häufiger die oberdeutschen Lautformen mit stimmlosem s. Auch in Berlin, das lange als Schmelzpunkt ostmitteldeutscher Zuwanderung diente, gehört der Name seit Generationen zu den vertrauten Familiennamen des Stadtbilds.

Schreibvarianten und verwandte Namen

Die wichtigste Lautvariante ist Krauss beziehungsweise Kraus ohne e – eine oberdeutsche und auch international, etwa in den USA, verbreitete Schreibweise desselben Wortes. Krauße mit scharfem s zeigt eine ältere, mitteldeutsche Rechtschreibgewohnheit. Daneben stehen Krauser und die seltenere Form Krausert.

Wie bei vielen Übernamen gibt es auch erweiterte und zusammengesetzte Formen: Krauseneck, Krausewitz und Krausemann deuten auf spätere Unterscheidungsbedürfnisse innerhalb größerer Familienverbände hin, in denen der einfache Übername allein nicht mehr ausreichte, um Personen sicher auseinanderzuhalten.

SchulzHoffmannLehmannRichterWernerMeier

Historische Einordnung

Belege für Krause als Familienname finden sich in mitteldeutschen Stadt- und Kirchenbüchern ab dem späten Mittelalter, mit zunehmender Dichte ab dem 16. und 17. Jahrhundert, als sich Übernamen allgemein zu erblichen Familiennamen verfestigten. Die Schreibweise schwankte lange zwischen Krause, Krauße und Kraus, bevor sich in den einzelnen Regionen jeweils eine Form durchsetzte.

Der Name ist in vielen Berufs- und Standesgruppen zu finden, von Handwerkerfamilien bis in bürgerliche und akademische Kreise, und lässt sich – anders als etwa Adelsnamen – nicht auf eine bestimmte soziale Schicht eingrenzen. Das ist typisch für Übernamen: Sie entstanden unabhängig von Stand und Beruf, allein aus dem, was an einer Person auffiel.

Für die Familienforschung gilt auch hier: Weil der Name an vielen Orten unabhängig voneinander entstehen konnte, lässt sich aus einer gemeinsamen Namensform allein keine Verwandtschaft ableiten. Erst Kirchenbücher und Ortsangaben erlauben eine sichere Zuordnung einzelner Linien. Wer heute in Ostdeutschland Krause heißt, kann seine Vorfahren daher oft über mehrere Jahrhunderte in derselben Region zurückverfolgen, ohne dass eine gemeinsame Wurzel mit gleichnamigen Familien in anderen Landesteilen bestehen muss.

Häufige Fragen zum Namen Krause

Was bedeutet der Name Krause?

Krause ist ein Übername und beschreibt krauses, lockiges Haar. Ein Vorfahre wurde vermutlich wegen dieser Haarstruktur so genannt, ähnlich wie andere Übernamen aus auffälligen körperlichen Merkmalen entstanden sind.

Warum ist Krause besonders in Ostdeutschland verbreitet?

Der Name konzentriert sich deutlich auf Sachsen, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Die genauen Gründe liegen in der regionalen Bevölkerungs- und Familiengeschichte seit der frühen Neuzeit, lassen sich aber ohne konkrete Familienforschung nicht auf ein einzelnes Ereignis zurückführen.

Ist Krause mit Kraus oder Krauss verwandt?

Ja, es handelt sich um dieselbe Wortwurzel in unterschiedlicher Schreibung. Krause ist die mitteldeutsche Form mit auslautendem e, Kraus beziehungsweise Krauss die oberdeutsche und international verbreitete Form ohne e.

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